Berstlining

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Das statische Berstlining Verfahren mit GRUNDOBURST

Im Unterschied zum dynamischen Bersten wird in einem ersten Arbeitsgang ein spezielles Berstgestänge von dem hydraulisch betriebenen GRUNDOBURST durch die Altleitung geschoben.

Das QuickLock-Berstgestänge (Patent erteilt) wird nicht zeitaufwendig miteinander verschraubt sondern absolut schub- und zugstabil einfach eingeklinkt. Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Einzug des Rohres das zurückgezogene Berstgestänge ohne Demontage durch die Lafette direkt in die gegenüberliegende Haltung geschoben werden. Dies erspart einen weiteren Arbeitsgang und es können leicht Längen über 200 m bewältigt werden. Eine Winde ist nicht erforderlich. Am Ziel wird der Führungskopf gegen ein Rollenmesser mit Aufweitkopf und anhängendem Neurohr ausgetauscht. Erst beim Zurückziehen wird das Rohr geschlitzt und zertrümmert. Das GRUNDOBURST-System gibt es in zwei Größen, Typ 400 G mit 275 kN Schub- und 400 kN Zugkraft bei 250 bar und Typ 1000 G mit 610 kN Schub- und 1000 kN Zugkraft bei 250 bar. Einsatzbereich ab DN 80.

In den USA wurde GRUNDOBURST mit dem OEMmie Award für eine herausragende innovative Technologie ausgezeichnet.

Das Berstlining-Verfahren
zur Erneuerung von Druck- und Abwasserleitungen

Undichte Gasleitungen durch ausgetrocknete Muffen, starke Inkrustierungen bei Wasserleitungen mit der Folge einer geringeren Durchflussmenge und Rostfraß bei Stahlrohren veranlassen die Versorgungsunternehmen die oft überalterten Graugußleitungen gegen PE-HD-Rohre auszutauschen.
Auch im Abwasserbereich müssen die Netzbetreiber aktiv werden, wenn schadhafte Kanäle, verursacht durch Risse, Einbrüche, Versätze, Verwurzelungen zu Abwasserexfiltrationen oder Grundwasserinfiltrationen führen und dadurch eine Umweltgefährdung darstellen. Dabei stellt sich die Frage: Reparieren, Sanieren oder Erneuern.

Reparieren
Punktuelle Schäden lassen sich durch partielle Inliner oder durch Ausfräsen und Verspachteln oder andere Maßnahmen beheben. Das macht jedoch nur Sinn, wenn dabei das Reparaturziel auf Dauer erreicht wird.

Sanieren
Schlauchverfahren erfüllen vielfach nicht die Anforderungen an die statische Belastbarkeit, Resistenz, Haltbarkeit und Hinterwanderungsfreiheit, insbesondere wenn ein Ringraum entsteht und nicht verfüllt wird. Wegen der Reinigungs- und Fräsarbeiten sind die Kosten vergleichsweise hoch.

Erneuern
Oft bleibt nur die Rohrerneuerung.

 

Die Rohrerneuerung ist notwendig, wenn

1. aus technischer / wirtschaftlicher Sicht eine Reparatur / Renovierung nicht sinnvoll oder zu kurzlebig ist.
2. die hydraulische Kapazität durch ein größeres Rohr verbessert werden soll
3. eine lange Lebensdauer mit neuem Abnutzungsvorrat gewünscht wird, oder
4. die Statik des Rohres beeinträchtigt ist.

Im Berstlining-Verfahren erfolgt die Rohrerneuerung grabenlos - ohne Aufbruch -. Beim Berstlining gibt es keine Kompromisse, d. h. keine Reparatur oder Renovierung. Es wird unterschieden zwischen dem dynamischen Berstlining-Verfahren und dem statischen Berstlining-Verfahren. Beide Verfahren sind sowohl für den Druckrohrbereich als auch für den Abwasserbereich einsetzbar, wobei schwerpunktmäßig das dynamische Berstlining-Verfahren im Abwasserbereich und das statische Berstlining vorwiegend im Druckrohrbereich genutzt wird.

Das Berstlining-Verfahren entspricht dem heutigen Stand der Technik und ist in der ATV-A 125 bzw. GW 304 Rohrvortrieb den einschlägigen Regelwerken beschrieben.

Grabenloses Auswechseln von Rohrleitungen nach dem Press-Zieh-Verfahren

Verfahrensbeschreibung

Marode Gas-und Wasserleitungen, die nicht im Boden verbleiben sollen, können im Press-Zieh-Verfahren gegen neue Rohre in gleicher Trasse auf einfache Weise ausgewechselt werden.

Das Verfahren eignet sich für Rohrleitungen aus Grauguss, Stahl, duktilem Gusseisen, Kunststoff, AZ und Faserzement bis DN 300 und wird auch bei der Rohrbruchbeseitigung, bei Dammübergängen, Einfahrten, Gleisunterführungen u. ä. eingesetzt.

Die möglichen Auswechsellängen werden vom Alt-Rohrdurchmesser, der Nennweite des Neurohres, der Bodenart und von der Leistung der eingesetzten Maschinentechnik bestimmt. Im Normalfall werden in Abständen von 25 m bis 30 m über die gesamte Ziehstrecke Zwischenbaugruben für Hausanschlüsse hergestellt.

Die Leitungsauswechslung wird hauptsächlich von den Berliner Wasserbetrieben angewendet, da es nach dem Berliner Straßengesetz grundsätzlich verboten ist, nicht in Betrieb befindliche Rohrleitungen im Boden zu belassen.

Die Altleitung wird dabei nicht im Erdreich zerstört, sondern herausgezogen und erst in der Maschinenbau- oder Zwischenbaugrube (oft Hausanschlussgrube) mittels Messerköpfen zerstört. Dies geschieht mit der aus dem Berstlining bekannten hydraulisch betriebenen Grundoburst Lafette 800 G, die in einem ersten Arbeitsschritt sehr schnell das QuickLock Zuggestänge durch die Altleitung schiebt.

In der Rohreinziehgrube angekommen, erfolgt die Montage eines Zug-Schubadapters für das Altrohr und mit Aufweitkonus für das Neurohr, so dass gleichzeitig mit dem Auswechselvorgang der alten Rohrleitung die neue Rohrleitung in das Erdreich eingezogen wird.

Das mit dem QuickLock Zuggestänge verbundene Adaptersystem schiebt das Altrohr heraus und zieht gleichzeitig das Neurohr in den vom Altrohr befreiten und ggf.aufgeweiteten Rohrkanal ein. Die dabei freigesetzten Zugkräfte wirken ausschlie§lich als Schubkräfte auf das Altrohr.

Das Auswechseln der Leitungen nach dem Press-Zieh-Verfahren ist jedoch zeitaufwendiger als das Berstlining-Verfahren, bei dem das Altrohr während des Rohreinzuges gecrackt und in das umgebende Erdreich verdrängt wird.

 

An das Press-Zieh-Verfahren werden u. a. folgende Anforderungen gestellt:

vollständige Entfernung des alten Rohres aus dem Boden
Anwendung in allen verdrängungsfähigen Böden
Zerstörung des Altrohres in der Maschinenbau- oder Zwischenbaugrube mit entsprechenden Schneidvorrichtungen
vollflächige Übertragung der Zuglast auf das Altrohr
Messung, der auf das Neurohr wirkenden Zugkraft zum Nachweis der Unterschreitung der zulässigen Zugbelastung
die Möglichkeit auch größere Nennweiten einziehen zu können
beim Auswechseln von AZ-Leitungen TRGS 519 beachten.
Zu beachten ist das DVGW Regelwerk GW 322.

Vorteile des Maschinensystems

Der Hauptvorteil des Einsatzes der Grundoburst Maschinentechnik besteht darin, dass die Grundoburst-Lafette sowohl für das Berstliningverfahren als auch für das Press-Zieh-Verfahren eingesetzt werden kann.

keine Erschütterungen, Vibrationen durch statische Arbeitsweise

Es steht eine Zugkraft von 800 kN zur Verfügung.

Der max. Hubweg entspricht der Gestängelänge von 1 m

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Gestänge nicht zeitaufwendig verschraubt sondern lediglich eingeklinkt wird (Patent), was eine überdurchschnittlich schnelle Arbeitsweise ermöglicht.

schwer zu spaltende Rohrwerkstoffe, wie Stahlrohre und auch duktile Gussrohre werden mit Spezialschneidmessern erst in der Maschinengrube und nicht bereits im Erdreich aufgeschnitten. Das aufgeschnittene Rohr wird vollständig aus der Grube gefördert.

Das Zuggestänge wird nicht verschraubt sondern nur eingeklinkt.

 

Herausziehen und Schneiden der Altleitung.

Das statische Berstlining Verfahren mit GRUNDOBURST

Das leiterförmige QuickLock-Berstgestänge wird nicht miteinander verschraubt sondern schub- und zugstabil eingeklinkt. Das hat den Vorteil einer enormen Zeitersparnis; denn der Vorschub bzw. Einzug wird dabei nicht unterbrochen. Im Gegensatz zu den 7o cm langen QuickLock-Berststangen erfordert das Verschrauben und Lösen von runden Schraubgestängen viel Zeit. Außerdem können die Kräfte nicht sicher übertragen werden und die vielen Schraubvorgänge bedingen einen hohen Verschleiß. Desweiteren verschmutzen die Gewinde.

Zur Überwindung von Hindernissen in der Altleitung steht je nach Typ eine Schubkraft von 275 bzw. 610 kN zur Verfügung. Eine Winde ist beim statischen Berstlining nicht erforderlich. Das Einschieben und Zurückholen des Gestänges kann von Handbetrieb auf Automatikbetrieb umgestellt werden. Das erspart Zeit und den zweiten Bedienungsmann.

Nach dem Einschub der Gestänge erfolgt mit dem Rohreinzug der Berstvorgang. In der Zielgrube wird der Führungskaliber gegen ein Rollenmesser mit Aufweitkopf und anhängendem Neurohr ausgetauscht. Ein Gelenkstück erleichtert das Ankoppeln des Rohrstranges und führt denselben im gewünschten Radius. Erst beim Zurückziehen der Gestänge wird das Altrohr durch das vorlaufende Rollenmesser zerstört. Die unmittelbar folgende Aufweitung verdrängt die Scherben des Altrohres, weitet das Bohrloch auf und glättet den Bohrkanal. Um die spätere Rohrmontage zu erleichtern, kann das Rollenmesser und der Aufweitkopf mit dem Rohr durch den Rahmen der Lafette bis in die Grube gezogen werden. Das Rohr kann direkt vom Ringbund, als zusammengeschweißter Rohrstrang oder als Kurzrohr eingezogen werden.

Die Vorzüge im Überblick:

  •     in sensiblen Bereichen ohne dynamische Beanspruchung des Bodens einsetzbar
  •     eine Maschine für Versorgungsleitungen ab DN 80
  •     auch für die Erneuerung von Stahlrohren und duktilen Gussrohren geeignet
  •     gelenkiges QuickLock-Berstgestänge
  •     keine zeitaufwendige Verschraubung des Gestänges sondern einfacher KLINK-Verschluss,
  •     d. h. auch kein verschmutzungsanfälliges Gewinde
  •     formschlüssige Schub- und Zugverbindung
  •     hohe Schub- und Zugkräfte
  •     kein Windeneinsatz
  •     sehr einfache Bedienung (nur 2 Personen erforderlich)
  •     kurze Rüstzeiten - leichte Installation
  •     Tagesleistung 150 - 200 m
  •     einfachste Transportmöglichkeit auf einem kleinen LKW,
  •     erlaubt die gleichzeitige Mitnahme des PE-Rohrbundanhängers PE-Rohre können verschmutzungsfrei von der Trommel eingezogen werden